Innovationspreis 2021

Plasmasystem zur Handdesinfektion

2. Platz in der Kategorie „Unternehmen bis 20 Mitarbeiter*innen“ beim Innovationspreis 2021 des Landkreises Göttingen.

Das sagt die Jury:

Die Idee, kaltes Atmosphärendruckplasma zur Handdesinfektion einzusetzen, hat DBD Plasma in Verbindung mit einem herkömmlichen Händetrockner bis zur Produktionsreife realisiert.

Das Unternehmen hat hierfür einen Generator im Miniaturformat entwickelt, der mittels kaltem Plasma als Desinfektionsgerät funktioniert.

Der zur Trocknung erzeugte Luftstrom wird hier in seinen molekularen Eigenschaften verändert und entwickelt dadurch eine desinfizierende Qualität. Mögliche schädliche Schadstoffe werden vermieden, bzw. gar nicht erst erzeugt.

Die Ergebnisse:

  • Desinfektion der Hand während des Trocknungsvorgangs zu 99,99%
  • Vermeidung der Streuung von Keimen u. ä., über den Luftstrom der Trocknung
  • Ausstoß gereinigter Raumluft während der Trocknungs- bzw. Desinfektionsphase

Hände-Desinfektion durch Kaltplasma

Christian Haese, Alexander Gredner (v.l.)

Marktreifer Plasma-Generator für Händetrockner

Händetrockner zu Desinfektionsgeräten für die Hände mit Hilfe von kaltem Plasma zu erweitern gab es als Idee schon etwas länger. Aber es mangelte an einer marktgerechten Umsetzung. Dies ist der DBD-Plasma GmbH nach fast einjähriger Entwicklungs- und Testphase nun gelungen. Ein miniaturisierter Plasmagenerator, der in nahezu allen Händetrocknern Platz finden kann, ist Kernstück dieser Lösung. Viren und Bakterien werden beim Trocknen der Hände abgetötet, verströmte Luft ist keimfrei. Für eine Desinfektion geforderte Standards werden deutlich übertroffen.

(Göttingen, 17. Juni 2021). „Miniaturisierung, Schadstoffvermeidung und Erzielung eines hohen Wirkungsgrades war in Gesamtheit eine riesige Herausforderung“, so Alexander Gredner und Christian Haese, Gründer und Geschäftsführer der DBD Plasma GmbH in Göttingen. „Unser Ziel war als OEM-Partner ein marktgerechtes Produkt anbieten zu können, das in Funktion, Zulassung und Preis-/Leistungsverhältnis alle Hürden genommen hat, bevor wir an die Öffentlichkeit gehen.“ Die beiden Ingenieure entwickelten dafür mit ihrem Team einen sehr kompakten Plasma-Generator, der in elektrische Händetrockner integriert werden kann. Die Beobachtung des Marktes und ein permanenter Austausch mit Herstellen von verschiedensten Trocknern war ein weiterer Schlüssel zum Erfolg. „Es nützt nichts die beste Technologie zu entwickeln, wenn der Markt sie nicht akzeptiert“, so Gredner und Haese.

Deutlich über den für eine Desinfektion geforderten Werten

Die Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) setzt hierzulande die Werte, die erreicht werden müssen, um für den Prozess „Desinfektion“ qualifiziert zu sein. „LOG3“, so der Produktname, übertrifft die Werte der DGHM deutlich. „Seit Anfang März haben wir in einem anerkannten Fachlabor für Mikrobiologie in Zusammenarbeit mit Experten verschiedenste Testreihen gefahren und konnten so die Leistungscharakteristik unseres Generators auf den nötigen Reduktionsgrad trimmen ohne Schadstoffe zu erzeugen“, so Alexander Gredner.

Zu marktfähigen Konditionen

„Wir sind in der Lage große Stückzahlen am Standort herzustellen und sind gleichzeitig weltweit wettbewerbsfähig“, versichert Christian Haese, verantwortlich für Design und Produktion. Wachstum des Unternehmens und weitere Arbeitsplätze stehen für DBD Plasma im Vordergrund. Aus Sicht der Verantwortlichen in Göttingen ist der Herstellermarkt für Händetrockner weltweit sehr fragmentiert. Derzeit laufen Verhandlungen, die sowohl Exklusivpartnerschaften wie auch den Vertrieb von Standardkomponenten zulassen. Mit dem Einsatz von LOG3 können Händetrockner wieder Terrain gutmachen und neue Marktanteile gewinnen, nachdem sie als sogenannte ‚Keimschleudern’ mit Beginn der COVID 19 Krise in Verruf gerieten.

Patent weltweit angemeldet

Schon im September 2020 hat DBD Plasma für Technologie und Verfahren ein Patent angemeldet. Da es sich hier um ein massenmarktfähiges Produkt handelt, ist es für die Göttingen Unternehmer maßgeblich, alles zu tun, um Know-how und Wirtschaftlichkeit breit zu schützen.

Vorn: Designentwurf für den Generator. Hintergrund: Beispiel einer Leistungs- und Steuerelektronik. Beide Komponenten werden in ihren Abmessungen final auf den integrierenden Trockner angepasst.
Vorn: Designentwurf für den Generator. Hintergrund: Beispiel einer Leistungs- und Steuerelektronik. Beide Komponenten werden in ihren Abmessungen final auf den integrierenden Trockner angepasst.

DBD Plasma GmbH

Die DBD-Plasma GmbH wurde 2017 in Göttingen gegründet, nachdem sich Alexander Gredner und Christian Haese mehr als ein Jahrzehnt mit kaltem Atmosphärendruckplasma in der Hochschulforschung beschäftigt hatten. Auf diese Ergebnisse konnte der Start des Unternehmens gründen. Die Plasma-Experten bieten Lösungen für produzierende Industrie, Hygiene, Medizin-Forschung oder Umweltschutz. Neben Standardkomponenten stehen vor allem kundenspezifische Lösungen zur Integration in Herstellprozesse verschiedenster Branchen auf dem Programm. Obwohl Plasmatechnologie in der öffentlichen Wahrnehmung eigentlich Stand der Technik ist, steht die hier weiterentwickelte Technik erst am Anfang ihres industriellen Einsatzes.